Slam der toten Dichter – Dead oder alive, wer hat mehr überzeugt?
Vor der Premiere Das Reutlinger Theater und die Slam-Poetin Tonia Krupinski lassen Poesie und Theater aufeinanderprallen
REUTLINGEN. Poetry-Slam, das ist ein Wettkampf selbst geschriebener Texte, die von professionellen Poeten vorgetragen werden. Sieben Minuten bekommt jede Person, um das Publikum, das zugleich als Jury fungiert, nur durch persönliche Gedanken zu überzeugen. Dieses bewährte Konzept kommt nun zum ersten Mal auch ans Theater Reutlingen Die Tonne – mit einem ganz besonderen Twist: „Dead or Alive“ heißt das Programm, das die Moderatorin des Abends Tonia Krupinski auf die große Saalbühne in der Jahnstraße bringt. Poetry-Slam trifft hier auf Theater, wenn aktuell bekannte Poetry-Slammer auf den Club der toten Dichter treffen. Die Slam-Poeten tragen ihre eigenen Texte vor. Auf der anderen Seite werden klassische, bereits verstorbene Schriftsteller vertreten von Mitgliedern des Tonne-Ensembles.
Das Format lebe ganz stark von den Fähigkeiten der Spielenden, so Moderatorin Krupinski, die selbst als Slam-Poetin erfolgreich auf Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum auftritt: „Während die Slammer pur und ohne Hilfsmittel an ihrem Mikrofon stehen und eigene Texte lesen, unterstreichen sie ihre Worte vielleicht ab und an mit etwas Gestik oder Mimik. Die Schauspieler jedoch dürfen und sollen alles nutzen, was sie können und was sie haben.“ Sie dürfen also alle Mittel des theatralen Werkzeugkoffers einsetzen: Raum, Kostüme, Requisiten. „Sie spielen die toten Künstler, die es extra für das Publikum an diesem Tag nach Reutlingen geschafft haben“, betont Krupinski zwinkernd. Da die Originale nicht mehr persönlich überzeugen können, erhalten sie also einen leichten Vorteil.
Den Tonne-Ensemblemitgliedern Thomas B. Hoffmann, David Liske und Chrysi Taoussanis (wen sie darstellen, wird im Vorfeld noch nicht verraten) stehen an diesem Abend drei erfahrene Slam-Poeten gegenüber: Evelyn Krutsch (Baden-Württembergische Vizemeisterin 2024), Marius Loy, der unter anderem Seminare zu Poetry-Slam und kreativem Schreiben für den Bund Deutscher Amateurtheater e. V. leitet, und Nadja Spennemann, ihres Zeichens Lehrerin und Slammerin. Wenn der Abend Anklang findet, soll er zu einer Reihe werden und zweimal pro Spielzeit in unterschiedlicher Besetzung stattfinden. Wer gewinnt diesen ersten Wettkampf des gesprochenen Wortes? Ob die Toten oder die Lebendigen überzeugender sind, darf das Publikum erstmalig am Freitag, dem 6. November 2026 in der Tonne 1 (Jahnstr. 6) entscheiden.
Karten unter https://theater-reutlingen-webshop.tkt-datacenter.net/de/tickets / tel. 07121 93770 / info@theater-reutlingen.de / www.theater-reutlingen.de